Jan 26

Weil ich sie selbst so schnell wieder verdränge.

Tag: JähzornBlasebalg @ 15:36

Heute nachmittag. Nach einem kompletten Tag reichlich sinnbefreiter Daddelei und einem halben Tag Aufdemsofasitzenundlesen, wo die Zeit doch eigentlich sinnstiftend hätte verwendet werden können. Genug zu tun wäre ja.

Wenn es vorbei ist, ist es ganz schnell vergessen, aber ich weiß, es kommt wieder, und weil ich nicht mal mehr weiß, wann das letzte Mal war, bekommt das jetzt hier seine eigene Rubrik.

Heiße Dusche hat nichts geholfen, brühheiß, nächstes Mal sollte ich eiskalt versuchen, Energie aus dem System nehmen, vielleicht hilft das ja.
Mehrere Topfpflanzen sind mit großem Getöse in der Grünmülltonne gelandet, ich bin mit einer kleinen Ohrfeige davongekommen, hatte aber Lust, barfuß wie ich war einmal ums Dorf zu rennen. Hätte ich vielleicht tun sollen.
Dran glauben musste auch das Regal hinter der Tür, das habe ich auseinandergenommen. Ganz zahm, mit Schraubenzieher, und erst, nachdem ich sicherheitshalber fünf Minuten unter dem Kopfkissen gesteckt hatte, wilde Gedanken im Kopf, immer die gleichen, jedes Mal, über Fairness, Gerechtigkeit, Wut und die Unmöglichkeit, andere Menschen zu ändern; über die eigenen Fehler, darüber dass ich bei anderen genau das anklage, was ich bei mir selbst so hasse und darum um so weniger das Recht zu haben meine, diese Anklage zu führen, weshalb ich es dann auch nicht tue sondern lieber wüte.

Das Bedürfnis, mit dem Kopf geradewegs gegen die Wand zu hauen, nicht obwohl es weh tut, sondern weil, statt dessen das heiße Kopfkissen im Gesicht, den Puls auf 180, hechelnd.

Es lässt nach, wenn es vorbei ist. Ich habe noch nichts gefunden, was ich aktiv dagegen tun könnte. Durch hemmungsloses Rauslassen geht es auch nicht schneller vorbei, nur irgendwas kaputt, im Zweifel ich, schließlich hab ich jederzeit immer noch genug Vernunft im Leib, um keine dauerhaften Schäden am Mobiliar anzurichten. Obwohl ich kurz mit dem Gedanken gespielt hatte, den tönernen Blumentopf aus dem Fenster zu schmeißen. Das Fenster war zu.

Wenn ich wieder etwas runtergekühlt bin, folgt meist eine kurze Phase energischen Tuns. Kartons stapeln, das Regal auseinandernehmen, Altpapier wegschleppen in diesem Fall.

Ich muss aufhören zu reagieren. Mehr agieren. Den Bären nicht wieder in den Käfig sperren, sondern seine Kraft hier draußen nutzen. Das Recht habe ich.

Aufhören zu reagieren. Du auch.

2 Kommentare zu “Weil ich sie selbst so schnell wieder verdränge.”

  1. liebesblüte says:

    jawohl, laß den Bär tanzen! trampele, schreie, bewege Dich, dusche kalt, hacke Holz ab, haue auf Deine Matratze. Laß es raus. sie ist alt, sehr alt und deswegen so wuchtig aber das wird besser, von mal zu mal..
    Umarmung
    Liebesblüte

  2. Blasebalg says:

    Dankeschön, liebe Liebesblüte. Ich umarme dich ganz fest zurück. Denn ohne unsere Sitzung könnte ich überhaupt nicht damit umgehen. Danke!