Jan 21
Völlig durchgeknallt

Die Schlittenhunde, mit denen wir unterwegs waren, hatten nicht nur Blähungen, sondern waren auch irgendwie völlig irre. Schon von Weitem konnte man hören, wenn wieder eine Tour losgehen sollte, denn sobald die Hunde angeschirrt auf die Fahrgäste warteten, veranstalteten sie einen Höllenlärm. Sie bellten, quietschten, jaulten, heulten und zerrten am Geschirr, und die Schlitten waren an festen Pfählen angebunden, damit die Meute nicht einfach losrannte. Sobald es dann los ging, herrschte plötzlich herrliche Stille, dann brauchten die Vierbeiner ihre ganze Luft fürs Rennen.
Manche sehen so aus, als sei ein Schuss Husky drin, die meisten Schlittenhunde sahen aber eher nach wilder Promenadenmischung aus. Und auch ganz unterschiedliche Charaktere waren dabei: die schüchternen, die in der Pause auf halber Strecke den Schwanz einklemmten und sich gar nicht von den Touris streicheln lassen wollte, die coolen, die sich einfach hinsetzten und warteten, dass es endlich weiterging, die Schmusebacken, die gar nicht genug Streicheleinheiten bekommen konnten, und natürlich auch die komplett durchgeknallten.
Nicht jeder Schlittenhund ist für die Führungsposition vorn geeignet, erzählte uns die Schwedin, die unseren Schlitten steuerte. Junge Hunde werden dort neben erfahrene Artgenossen gespannt, und man beobachtet, wie gut sie das richtige Verhalten als Leithund vom älteren Hund aufschnappen. Wenn das nicht funktioniert, werden sie wieder nach hinten in die Gruppe versetzt. Talentierte Hunde dagegen werden speziell als Leithund trainiert.
Es ist wirklich erstaunlich zu sehen, wie viel Energie diese Hunde haben. Sie wirken, als würden sie am liebsten überhaupt nicht mehr aufhören zu laufen. Ab und zu ein Happen Schnee, im Vorbeirennen erhascht, um sich abzukühlen und sozusagen zu trinken, aber bloß nicht stehenbleiben!
Ich sag ja. Völlig durchgeknallt.






Januar 21st, 2010 at 23:08
Ich glaub, das sind alles Huskies (Huskys??). Hab da mal eine Doku gesehen, die schauen schon unheimlich unterschiedlich aus. Und die machen nix lieber wie rennen, rennen, rennen…
Liebe Grüße, Ruth (die immer noch keine Weiden gesammelt hat :-( )
Januar 22nd, 2010 at 00:06
Die Musherin (heißt das so?) hat uns erzählt, dass sie dort in aller Regel keine richtige Rasse haben, sondern dass es tatsächlich diverse Mischungen sind. Die blauen Augen und so manche Fellzeichnung deuten natürlich schon auf Husky hin, aber es sind auch echt viele dabei, die sehen komplett anders aus. Und ein richtiger Alaska-Husky ist ein gutes Stück größer und stämmiger als diese Jungs.
Januar 22nd, 2010 at 13:05
als jugendliche war ich mal auf einem hunderennen in england. die haben sich genau so aufgeführt: ein gebell und gejaule, dass man denken könnte, die würden gefoltert.
schöne hunde. sehr schön.