Mai 09 2010

Katzencontent

Tag: Guck malBlasebalg @ 14:22


Jan 22 2010

Rockin’ on the Rocks

Tag: Guck malBlasebalg @ 16:01

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In der Eisbar waren wir selbstverständlich auch. Was ich erst auf dem Rückflug gelernt habe, und zwar in der Spirituosenabteilung des Stockholmer Duty-Free-Bereichs am Flughafen, die nebenbei gesagt unsagbar riesige Ausmaße hat, ist, dass Absolut, der Sponsor der Icebars, aus Schweden kommt. Ich dachte immer, Wodka käme nur aus östlicheren Gefilden, aber nein, weit gefehlt, Absolut (sprich: “Absolüt”) stammt tatsächlich aus Schweden. Um so passender, dass wir uns in einem schwedischen Eishotel den einen oder anderen und dann noch ein paar Wodka-Cocktails genehmigt haben. Aus Eisgläsern, an eisenen Tresen, auf eisenen, mit Rentierfell belegten Sitzen oder neben der schneeenen Tanzfläche.

Am ersten Abend ging es noch recht ruhig zu. Man könnte sagen unterkühlt. Höhö. Aber am zweiten Abend, den wir dort verbrachten, war eine Gruppe recht lustiger Einheimischer dort zugange, die wirklich die Party gerockt haben. Ich rede hier von Limbotanzen, Auszieh-Wettbewerben und ähnlichem. Doch doch, war spaßig. Selbst der Barkeeper hat sich zu vorgerückter Stunde von einem Gast herausfordern lassen, und binnen kurzem standen beide mit nacktem Oberkörper herum und posierten vor der eisenen Außenwand. Der etwas stämmigere Schwede (?), der seinen behaartern Schmerbauch an den Eissäulen rieb… ach, das war nicht so lecker, lassen wir das lieber.

Lecker hingegen waren die Cocktails, die wir natürlich alle durchprobieren mussten. Die Gläser können Sie sich vorstellen wie Teelichthalter aus Glas, viereckig, mit runder Aussparung für’s Teelicht innen. Nur halt aus Eis, und weder mit Tee noch Teelicht gefüllt, sondern mit Drinks in bunten Farben. Ein paar Tipps fürs Trinken aus Eisgläsern:

- Trinken Sie keine warmen Getränke daraus.
- Fassen Sie das Glas nicht mit bloßen Händen oder dünnen Handschuhen zu lange an, sondern haben Sie sich ganz schnell ein Loch in die Seitenwand geschmolzen.
- Nutzen Sie anfangs immer die gleiche Seite zum Trinken, durch den Lippenkontakt schmilzt das Eis an dieser Seite zu einer wunderbar “mundgerechten” Form.
- Wechseln Sie die Trinkseite ca. nach der dritten Nachfüllung, je nach Nipp-Häufigkeit, sonst verringert sich das nutzbare Volumen des Glases erheblich.

Und ansonsten gilt: Party on!

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Jan 21 2010

Völlig durchgeknallt

Tag: Guck malBlasebalg @ 20:53

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Die Schlittenhunde, mit denen wir unterwegs waren, hatten nicht nur Blähungen, sondern waren auch irgendwie völlig irre. Schon von Weitem konnte man hören, wenn wieder eine Tour losgehen sollte, denn sobald die Hunde angeschirrt auf die Fahrgäste warteten, veranstalteten sie einen Höllenlärm. Sie bellten, quietschten, jaulten, heulten und zerrten am Geschirr, und die Schlitten waren an festen Pfählen angebunden, damit die Meute nicht einfach losrannte. Sobald es dann los ging, herrschte plötzlich herrliche Stille, dann brauchten die Vierbeiner ihre ganze Luft fürs Rennen.

Manche sehen so aus, als sei ein Schuss Husky drin, die meisten Schlittenhunde sahen aber eher nach wilder Promenadenmischung aus. Und auch ganz unterschiedliche Charaktere waren dabei: die schüchternen, die in der Pause auf halber Strecke den Schwanz einklemmten und sich gar nicht von den Touris streicheln lassen wollte, die coolen, die sich einfach hinsetzten und warteten, dass es endlich weiterging, die Schmusebacken, die gar nicht genug Streicheleinheiten bekommen konnten, und natürlich auch die komplett durchgeknallten.

Nicht jeder Schlittenhund ist für die Führungsposition vorn geeignet, erzählte uns die Schwedin, die unseren Schlitten steuerte. Junge Hunde werden dort neben erfahrene Artgenossen gespannt, und man beobachtet, wie gut sie das richtige Verhalten als Leithund vom älteren Hund aufschnappen. Wenn das nicht funktioniert, werden sie wieder nach hinten in die Gruppe versetzt. Talentierte Hunde dagegen werden speziell als Leithund trainiert.

Es ist wirklich erstaunlich zu sehen, wie viel Energie diese Hunde haben. Sie wirken, als würden sie am liebsten überhaupt nicht mehr aufhören zu laufen. Ab und zu ein Happen Schnee, im Vorbeirennen erhascht, um sich abzukühlen und sozusagen zu trinken, aber bloß nicht stehenbleiben!

Ich sag ja. Völlig durchgeknallt.


Jan 20 2010

Durch Gang zur Eiskirche.

Tag: Guck malBlasebalg @ 15:36

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Wenn man sich im Icehotel in Jukkasjärvi aufhält, stolpert man fast unentwegt über Brautpaare. Es ist offenbar ein großer Sport, sich in der dortigen Eiskapelle das Jawort gegenseitig zuzuzittern. Ob die Hochzeitsnächte dann auch in Eiszimmern zugebracht werden, weiß ich nicht, aber es gibt Doppelschlafsäcke. Insofern ist das durchaus denkbar.

Auf dem Bild kann man übrigens auch schön die Konstruktionsweise des Eishotels erkennen: Eisblöcke zum einen, zum anderen Schnee, der mit Hilfe überdimensionaler Sandförmchen zu Wänden gemacht wird. In den Eisblöcken wird dann geschickt die Beleuchtung versteckt, so dass sie von innen heraus beleuchtet sind – ein wahrhaft kaltes Licht.


Jan 19 2010

Nicht erfroren im Eishotel!

Tag: Guck malBlasebalg @ 14:42

Liebe Lesende,
ich bin wieder im Lande.
Eigentlich war ich auch gestern schon wieder im Lande, aber ich war noch nicht fähig, mich in irgendeiner Form in die Öffentlichkeit zu begeben. Weder persönlich noch digital.

Schön wars.

Wir haben kein Nordlicht gesehen, aber dafür hat uns der Himmel andere Farben beschert, die mich mindestens ebenso begeistert haben. Da ich das Nordlicht persönlich noch nicht kenne, darf ich das so sagen. Kennte ich es, es wäre anders. Nehme ich an. Egal.

Ich habe viel gelernt auf dieser Reise. Zum Beispiel, wie man sich das vorzustellen hat, wenn die Sonne nicht richtig aufgeht. Im Prinzip geht ein stundenlanger Sonnenaufgang nahtlos in einen stundenlangen Sonnenuntergang über. Es ist nicht dunkel, aber das Tageslicht hält nur vier oder fünf Stunden, dann wird’s schon wieder dunkel. Dank einiger Hügel haben wir die Sonne während des gesamten Aufenthalts in Jukkasjärvi nicht einmal zu Gesicht bekommen. Aber diese Farben … traumhaft. Pastellrosa in Pastellhellblau.

Weiterhin kann ich jetzt endlich die verschiedenen skandinavischen Hauptstädte korrekt den Ländern zuordnen. Das brachte ich vorher immer durcheinander. Aber dank Zwischenlandungen in Stockholm und Kopenhagen kriege ich das jetzt hin. Der Kopenhagener Flughafen ist übrigens saumäßig schön. Mit dunklem Holzboden.

Saumäßig schön ist auch das Eishotel in Jukkasjärvi. Ich zeige Ihnen hier kein Foto, weil ich keine gemacht habe. Es reicht, dass Herr Spektakel 850 Bilder geschossen hat. Wenn die halbwegs durchgeschaut und ausgewählt sind, kann ich bestimmt das eine oder andere hier zeigen. Während wir unsere vierte Übernachtung bei muckeligen -5 Grad Celsius auf Rentierfelle gebettet in einem Snowroom verbrachten, knisterte der Schnee draußen in erfrischenden -27 Grad Celsius, sagt das Diplom, das uns bestätigt, die kalte Nacht überlebt zu haben. Sind Sie schon mal in Unterwäsche bei -27 Grad durch die Gegend gelaufen? Gut, es waren nur ein paar Meter vom Dressing Room zum Hotel, und man hatte seinen warmen Schlafsack über den Schultern, und die Unterwäsche war natürlich lang … ach, letztendlich ist es wirklich halb so wild. Solange man nicht ne halbe Stunde draußen rumsteht, hält man das wirklich erstaunlich gut aus. Und auch die Nacht war nicht so schröcklich, wie ich zunächst befürchtet hatte. Klar, es ist kalt im Schneezimmer, aber man liegt ja im Schlafsack. Und wenn man fleißig mit dem Gesicht das Guckloch im Schlafsack verschließt, bleibt’s auch warm darin. Wenn man sich natürlich wie Frau Blasebalg gelegentlich zur Gänze im Sack zusammenrollt und das Loch dadurch offen lässt, zieht es kalt rein – und dann muss man sich nicht wundern, wenn man ein wenig fröstelt. Aber ganz ehrlich, ich hatte schon ungemütlichere normale Schlafsacknächte beim Campen.

Weiters habe ich gelernt,
- dass Schlittenhunde gern mal ein Lüftchen entweichen lassen, wohl um den Touristen auf diese Weise mitzuteilen, was sie von ihnen halten,
- dass die Bahnstrecke von Kiruna nach Narvik auf den letzten paar Kilometern ausgesprochen pittoresk ist, da man direkt in einige Fjorde hineinguckt,
- dass die Schweden ausgesprochen viel und gerne heizen,
- dass eingelegter Hering zum Frühstück lecker ist,
- dass mir Winterurlaub richtig Spaß macht,
und noch wahnwitzig vieles mehr, was mir hier jetzt gerade gar nicht alles einfällt.

Jetzt fällt es mir ein wenig schwer, wieder in den Alltag zurück zu finden, aber das ist ja oft so, wenn man von einer eindrucksvollen Reise zurückkehrt, auch wenn sie nur kurz war.

Ach so, wenn Sie mal gucken wollen: Icehotel in Jukkasjärvi


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