Jul 04

Stöckchen

Tag: BlogdingseBlasebalg @ 14:12

Frau Ciaran hat mich mit einem Stöckchen beworfen. Dann will ich mal nicht so sein und die Fragen beantworten. Mitnehmen darf sich das Stöckchen aber wer mag, ich mag nicht so gern damit rumwerfen.

What was I doing 10 years ago?
Vor 10 Jahren? Hm. Mal überlegen. Das war ’98. Da steckte ich in den letzten Zügen des Studiums. Ok, die letzten Züge zogen sich dann noch ziemlich lange hin, aber das gilt nicht, weil ich ja ab 99 schon Vollzeit gearbeitet habe. Gewohnt habe ich noch im Studentenwohnheim, zu der Zeit war die Gemeinschaft dort glaube ich noch in Ordnung. Das hat dann später abgebaut, nachdem immer mehr von der Kerntruppe weggezogen sind und irgendwie nichts mehr nachkam. ’98 hab ich das Praktikum bei meinem späteren Arbeitgeber gemacht. ’98 ist verdammt lange her.

5 things on my to do-list for today:

  1. Termin bei meinem AA-Betreuer (schon rum, der Witz in Tüten)
  2. Augen für das Schaf besorgen (erledigt)
  3. Frau Ciaran eine Mail schreiben (noch nicht erledigt, aber schon Gedanken dazu gemacht)
  4. Einen letzten Kontrollrundgang bei den Vermietern durch den zu behütenden Wintergarten und das zu bewässernde Gewächshaus (erledigt, inkl. Schaf-Ablieferung, Post-Hinlegung und Gurken-Erntung)
  5. Irgendetwas machen (noch nicht erledigt, ich hab mich noch nicht entschieden, welches Projekt heute drankommt. Vielleicht endlich die Socken für meinen Getränkepilzetausch fertigmachen).

Favourite snacks:
Schokolade in allen Variationen; je hochprozentiger, desto lieber.

Some places I used to live in:

  1. Zuerst da.
  2. Dann da. In einem Reihenaus.
  3. Dann da. Auch in einem Reihenhaus.
  4. Als nächstes hier. Aber nur ein Jahr lang. Immerhin mein erstes Schuljahr, an das ich mich aber nur rudimentär erinnere. Vornehmlich erinnere ich mich an den Geruch meines Scout-Schulranzens, Gänseblümchen, Segelboote aus Styropor und angeblich zu Unrecht geteilten Fleischkäse.
  5. Die nächsten 10 Jahre dort. Im Kringel. Zu Füßen der Burg, mit Geiern über dem Kopf und einem Sägewerk auf dem Weg zur Bushaltestelle. Hier schon mehr Erinnerungen: Konfirmation und Taufe. Nachbarskinder. Schlittenfahrten. Zeitung austragen. Blockflöten- und Bauernmalerei-Unterricht. Mein Vater ist da begraben. Ich würde heute gern noch mal mit ihm reden.
  6. Vorübergehend hier. 12. Schulklasse. Dumpfe Erinnerungen an PVC-Fußboden, den immergleichen Wochenspeiseplan der granteligen Schwiegeroma, merkwürdige Bekanntschaften über Kontaktanzeigen, ein Fahrradladen nebenan und unten ein Getränkemarkt im Haus. Aus irgendeinem Grund hatte ich Krankengymnastik dort. Oder habe ich das geträumt?
  7. Dann endlich hier. Eigenes Haus, ohne Omma. 13. Schulklasse. 45 Minuten mit dem Fahrrad zur Schule. Damals war ich fit. Und dünn. Ferienjob als Putze in einer Maschinenbaufirma – Erfahrung fürs Leben, ich wusste vorher nicht und hätte es auch nicht geglaubt, dass erwachsene Männer es schaffen, auf die Klobrille zu … örx … (nein, Pinkeln meinte ich nicht, damit hätte ich ja noch gerechnet). Abitur. Scheffelpreis – ausnahmsweise, obwohl eine andere die besseren Noten hatte. Der beste Abi-Fez seit Jahren. Endlich Anschluss. Schwarz-weiß-Fotografie. Gespräche über Greifvögel. Nachtwanderungen. Mein Einrad. Pizza essen mit einem Straßenmusikanten. Führerschein. Bei C&A jobben.
  8. Ein halbes Jahr hier. FSJ, Uni-Klinik. Nie habe ich besser jongliert als während dieses Sommers, inzwischen kann ich es fast gar nicht mehr. Kaffee trinken im echten Zirkuswohnwagen und kurzzeitige Überlegungen, eine Zirkusschule zu besuchen oder mein Studium mit Straßen-Auftritten zu finanzieren. Beziehungswahnsinn. Besuch der EJC.
  9. Seitdem hier.
    Inzwischen die dritte Wohnstation im Dunstkreis dieser Stadt. Start ’94, Ende noch nicht absehbar. Studium, Beruf, Internet. Beziehungstechnische Wahnsinnstaten, für die ich mich größtenteils schämen sollte. Herrn Spektakel kennen gelernt – beziehungstechnisches Wunderding, bis heute Bestand habend, und ich gebe ihn auch nicht mehr her. Erstes eigenes Auto. Erstes gemeinsames Auto. Zwei Jobs gekündigt. Mich neu kennen gelernt. Mich an mich erinnert. Gespannt, was noch kommt.

Things I’d do if I was a billionaire:
Einen Teil davon Organisationen geben, die Sinnvolles damit anfangen.
Einen Teil davon in kleinen Happen als Starthilfe an Leute geben, die was Eigenes aufbauen wollen.
Ein altes Gebäude kaufen und darin ein Schulungszentrum aufbauen, irgendwo draußen im Grünen, mit kleinen Hütten auf dem mehrere Hektar großen Gelände für Leute, die Zeit für sich brauchen; Stipendien für Künstler, Musiker, Schriftsteller und andere Schaffende, die ein Jahr lang dort leben und arbeiten könnten; angeschlossen ein kleines Café mit ständigen Kunst(handwerk)ausstellungen, wobei man alles kaufen kann was es da gibt; verschiedene Werkstätten für diverse Handwerke, Weben, Spinnen, Färben, Filzen, Töpfern, Holz, etc., ständig besetzt von fachkundigen Kräften aber offen für alle, die etwas machen wollen …

Job’s I’ve had:

  • Maiszuchthilfskraft.
  • Nachhilfegeberin.
  • Babysitterin.
  • Putzfrau.
  • Webseitenbastlerin.
  • Dozentin.
  • Vortragshalterin.
  • Marketingfrau.
  • Assistentin.
  • Seit kurzem lerne ich, einfach ich zu sein. Auch ein schöner Job.

Ein Kommentar zu “Stöckchen”

  1. Ciaran says:

    Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben! :)