Okt 30
Beingeschichten
Also mal ehrlich. Irgendwer da oben war der Meinung, dass ich unbedingt durch diese ganze Erfahrung durch muss. Es hätte mehrere Punkte viel, viel früher gegeben, an denen die Sache hätte erkannt werden können, wenn meine Symptome eindeutiger gewesen wären.
Nehmen Sie mein Bein.
Angefangen hat es mit dem Schmerz im Bein. Links, in der Wade. Humpelwerter Schmerz, nicht nur ein bisschen. Natürlich war der Gedanke an eine Thrombose da, mit meiner Vorgeschichte und den anderen Fällen in der Familie. Aber:
Das bekackte Drecksbein tat nur weh. Es wurde nicht dick, es wurde nicht heiß, es wurde nicht rot. Nicht mal im Ultraschall war die Thrombose sichtbar, obwohl gleich zwei Doktoren sich das angeguckt hatten. Erst im Krankenhaus, nach der Lyse, als alles rum war, da war es im Ultraschall sichtbar. Das ist doch bekloppt, oder?
Seit den allerersten Tagen gucke ich mir täglich meine Beine an. Mal mehr, mal weniger panisch. Aber ich gucke sie an. Vergleiche. Nichts. Einfach kein Unterschied feststellbar, die ganze Zeit über.
Und wissen Sie was? Jetzt, wo ich seit einer Woche Strumpfhöschen trage, jetzt sehen sie unterschiedlich aus. Eine Spur dunkler ist das linke, eine Spur dicker. Nicht viel, aber sichtbar.
Ich bin frustriert.
PS: ich bitte um Entschuldigung dafür, dass Sie sich hier im Blaseblog derzeit so viel zum Thema Kompressionsstrümpfe anhören müssen. Aber 1. ist das Thema gar nicht so unmodisch, und 2. würde ich darauf wetten, dass mindestens einer oder eine von Ihnen da draußen sowas auch trägt. Ich glaube, das tun mehr, als man so weiß. Und 3. geht auch diese Phase vorbei, und dann erzähle ich wieder über andere Sachen.
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