Sie ist es tatsächlich – Familienzuwachs sozusagen. Irgendwie schon komisch, jetzt habe ich zwei Cousins und zwei Cousinen und einen angeheirateten Onkel in Virginia, USA. Ok, ich hatte sie schon länger, aber ich hatte ja keinen Kontakt. Meine Tante habe ich nie kennen gelernt, sie war schon lang in Amerika, als ich auf die Welt kam. Und die Briefe und die alten Fotos von ihr und ihren Kindern habe ich erst vor ein paar Jahren näher angeschaut und mitgenommen. Ich kann mich erinnern, dass ich schon einmal einen Versuch gestartet hatte, sie aufzuspüren, aber das war noch zu Zeiten von Web 0,5, eine Suche nach Personen beschränkte sich damals aufs Telefonbuch, wenn überhaupt. Jedenfalls war die Sache dann lange Zeit in Vergessenheit geraten.
Tja, dann kann ich ja demnächst zu Familienfeiern in die Staaten reisen… hihi.
Es klingt kitschig, aber ich habe tatsächlich eine Tante in Amerika. Oder zumindest hatte ich die. Die Schwester meines Bruders hatte einen amerikanischen Soldaten geheiratet und ist mit ihm nach Amiland verschwunden. Virginia. Muss mal gucken, wo das genau liegt. Gerade bin ich beim Aufräumen über einen Umschlag mit alten Briefen gestolpert, irgendwann war zwischen den beiden der Kontakt wohl abgerissen. Aber ich habe einige Bilder von Cousins und Cousinen. Da sie einen recht ungewöhnlichen Nachnamen haben, dachte ich, ich google einfach mal. Und tatsächlich. Für den Namen meiner Tante habe ich einen Eintrag in einem Register gefunden, das Sterbefälle verzeichnet – offenbar ist sie 2001 gestorben. Schade. Ich hätte sie gerne kontaktiert. Aber ich bin dann auf die Suche nach den Cousins und Cousinen gegangen. Und fündig geworden. Ich hatte zwar bisher keinen Facebook-Account, aber jetzt habe ich mir einen angelegt, damit ich die gefundene Cousine kontaktieren kann. Ich bin mir jedenfalls recht sicher, dass sie es ist – einmal vom Namen her, dann wohnt sie auch immer noch in Virginia, und das Bild sieht dem Kinderbild, das ich her habe, verdammt ähnlich. Jetzt bin ich gespannt wie ein Flitzebogen, ob und was sie antwortet…
Nachtrag: Die Schwester habe ich auch auf Facebook gefunden und kontaktiert. Und der Eintrag aus dem Sterberegister für meine Tante ist tatsächlich der für meine Tante, jedenfalls stimmt auch das Geburtsdatum überein. Ich bin mir also ziemlich sicher, dass ich da tatsächlich Verwandtschaft aufgestöbert habe.
Finde ich sehr schön, denn von väterlicher Seite habe ich ansonsten keinerlei Familie (mehr).
Wissen Sie, was das Schöne, aber auch das Anstrengende an der Selbstständigkeit ist?
Man wird ganz konkret für geleistete Arbeit, für Ergebnisse bezahlt. Und nicht für Anwesenheit.
Jaja, ich weiß schon, auch im Angestelltenverhältnis wird man eigentlich nicht für die Anwesenheit bezahlt. Aber es fühlte sich für mich oft so an. Ein Tag, an dem ich nur Däumchen gedreht habe und einer, an dem ich wie verrückt geackert habe … letztendlich waren die auf der monatlichen Gehaltsabrechnung beide gleich.
Jetzt ist das anders. Wenn ich jetzt wie verrückt ackere, dann kann ich auch eine verrückt hohe Rechnung ausstellen. Und wenn ich keine Lust habe, aufzustehen, und einfach liegen bleibe, tja, dann kann ich das machen. Dann kommt aber auch kein Geld in die Kasse.
Das finde ich fantastisch. Gibt es einen deutlicheren Ausdruck dafür, die Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen?
Weil er nicht über ungebackene Kekse spricht, sondern sie aufisst.