Ich habe einen schrecklichen Beitrag für Frau Ciarans Blog-Weihnachtsfeier. Erstens ist er nicht neu, ich habe ihn nur aus meinem Archiv geholt und ein wenig abgestaubt; entstanden ist er 2003. Zweitens ist er nicht besonders heile-weltlich. Aber mir läuft gerade ein wenig die Zeitplanung aus dem Ruder, darum gibt’s nur eine Weihnachtsgeschichtenkonserve und nichts Frisches.
Fest der Liebe
Lisa steckte, Füllung hineinstopfend, bis zum Ellenbogen in der großen Gans, als Klara heulend in die Küche gerannt kam. „Mami, Mami, Jonas hat mir meine Puppe weggenommen!“ Seit Stunden stritten die beiden Geschwister nun schon. Fest der Liebe. Von wegen. Streitereien und Stress, mehr brachte dieses Fest der Liebe nicht. In der Küche herrschte drückende Hitze, denn im Backofen steckte der Kuchen für den Besuch der Schwiegereltern. In der Spülmaschine klirrte etwas – wahrscheinlich wieder ein zerbrochenes Glas. Jürgen wollte das alte Ding schon seit Wochen reparieren. Im Wohnzimmer plärrte der Fernseher.
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Backen Sie keine Vanillekipferl, wenn Sie keinen Puderzucker im Haus haben.
Unbestäubte Vanillekipferl sehen abartig aus.
schweige nur fein still es geht vorbei
morgen wirst du nichts mehr davon spüren
bleibe stumm dass keiner etwas merkt
hat doch jeder von uns seine last zu tragen
schau dich doch mal an was willst du denn
geht es dir nicht gut in deinem leben
hast doch alles was der Mensch so will
job familie und den neuen wagen
also sei ein bisschen rational
deine ängste sind doch echt daneben
schieb sie einfach weg du wirst schon sehn
Morgen sitzen sie Dir dann im Magen!
Für Frau Ev aus dem Archiv als Replik auf Satt.
Ich hab grad eine ganze Schüssel voll Toffees mit Schokolade überzogen. Jetzt ist mir schlecht.
Ist das eine schlechte Angewohnheit, oder macht das jeder so? Wenn ich irgendwas in der Küche werkle, probiere ich alles. In jedem Zwischenstadium. Kuchenteig ist immer schon halb aufgefuttert, bevor er in die Form kommt. Ich schneide Zwiebeln? Mindestens zwei Ringe esse ich gleich. Speck? Ganz schlimm. Gemüse jeglicher Art? Oh oh. Wenn ich koche, bin ich meist vor dem Essen schon satt.
Herr Doktor, ist das normal?
Ich hatte Ihnen ja versprochen, Ihnen in loser Folge die kürzlich wiederentdeckten Gedichte angedeihen zu lassen. Heute ist es wieder soweit. Aber weil es ja nun kurz vor Weihnachten ist, habe ich ein nettes rausgesucht, keins von den depressiv-melancholischen.
Liebesgedicht
Süße Versuchung, oh komm, komm zu mir
Charaktervoll, duftend und schwarz wie die Nacht
Huldigend neige mein Haupt ich vor dir
Oh du, holde Liebste, hast über mich Macht
Kein andres Vergnügen kommt dir, Göttin, gleich
Ob ich auch schon suchte in Land, Berg und Tal
Lustvolles Schlecken bis ins Himmelreich
Ach! Bist du nicht bei mir, ich leid’ düstre Qual!
Du Edle, du Süße, du Ziel meines Traums!
Exotischer Same des Kaka-o-baums!