Jan 27 2008

Für die neue Kollegin

Tag: WorteBlasebalg @ 13:30

“Mmhm, aha, ach so ist das,
wo hab ich denn, ach da,
haha, ich weiß, da war doch was,
ach gott, ach so, jaja.”

So geht es täglich, Stund um Stund,
Das Murmeln hört nie auf.
Ich wollt’, sie hielte mal den Mund -
bald hau ich ihr eins drauf!

Doch muss ich freundlich sein und lieb,
denn das gehört sich so.
Ich wünscht’, dass sie zuhause blieb:
des Lebens würd’ ich froh!


Jan 26 2008

Küchenkauf für Anfänger.

Tag: BefindlichkeitenBlasebalg @ 19:24

Das mit der Küche wird noch eine Sache für sich. Eben kommen wir von der “Beratung” zurück. Die Anführungszeichen sitzen da bewusst.

Ich nehme an, es ist die übliche Taktik, den Kunden mit der Planung total zu überfahren, um am Ende geplantermaßen etwa 15% über dem vom Kunden angesetzten Budget zu liegen, und dann nach Rückfragen keinerlei Einsparpotential mehr zu sehen.
Kreativität hatte unser “Berater” keine, dafür bot er uns eine Menge Geseufze, wie hart der Job doch sei.
Die Idee, die Arbeitsplatte vor dem Fenster entlang zu ziehen, schien ihm zunächst suspekt, nachher hat er es als tolle Idee verkauft. Ohne das bleibt nämlich praktisch Null Arbeitsfläche übrig. War ihm wohl vorher nicht aufgefallen.

Und so ging’s mit allem. Ich fühle mich massenabgefertigt und als Kunde nicht ernstgenommen. Pah. Geht das nicht anders?

Ich weiß, der Druck für die Jungs und Mädels in den Möbelhäusern ist enorm, aber sowas muss nun wirklich nicht sein.

Mal sehen, wie der andere so drauf ist, mit dem haben wir nächste Woche einen Termin.


Jan 26 2008

Weil ich sie selbst so schnell wieder verdränge.

Tag: JähzornBlasebalg @ 15:36

Heute nachmittag. Nach einem kompletten Tag reichlich sinnbefreiter Daddelei und einem halben Tag Aufdemsofasitzenundlesen, wo die Zeit doch eigentlich sinnstiftend hätte verwendet werden können. Genug zu tun wäre ja.

Wenn es vorbei ist, ist es ganz schnell vergessen, aber ich weiß, es kommt wieder, und weil ich nicht mal mehr weiß, wann das letzte Mal war, bekommt das jetzt hier seine eigene Rubrik.

Heiße Dusche hat nichts geholfen, brühheiß, nächstes Mal sollte ich eiskalt versuchen, Energie aus dem System nehmen, vielleicht hilft das ja.
Mehrere Topfpflanzen sind mit großem Getöse in der Grünmülltonne gelandet, ich bin mit einer kleinen Ohrfeige davongekommen, hatte aber Lust, barfuß wie ich war einmal ums Dorf zu rennen. Hätte ich vielleicht tun sollen.
Dran glauben musste auch das Regal hinter der Tür, das habe ich auseinandergenommen. Ganz zahm, mit Schraubenzieher, und erst, nachdem ich sicherheitshalber fünf Minuten unter dem Kopfkissen gesteckt hatte, wilde Gedanken im Kopf, immer die gleichen, jedes Mal, über Fairness, Gerechtigkeit, Wut und die Unmöglichkeit, andere Menschen zu ändern; über die eigenen Fehler, darüber dass ich bei anderen genau das anklage, was ich bei mir selbst so hasse und darum um so weniger das Recht zu haben meine, diese Anklage zu führen, weshalb ich es dann auch nicht tue sondern lieber wüte.

Das Bedürfnis, mit dem Kopf geradewegs gegen die Wand zu hauen, nicht obwohl es weh tut, sondern weil, statt dessen das heiße Kopfkissen im Gesicht, den Puls auf 180, hechelnd.

Es lässt nach, wenn es vorbei ist. Ich habe noch nichts gefunden, was ich aktiv dagegen tun könnte. Durch hemmungsloses Rauslassen geht es auch nicht schneller vorbei, nur irgendwas kaputt, im Zweifel ich, schließlich hab ich jederzeit immer noch genug Vernunft im Leib, um keine dauerhaften Schäden am Mobiliar anzurichten. Obwohl ich kurz mit dem Gedanken gespielt hatte, den tönernen Blumentopf aus dem Fenster zu schmeißen. Das Fenster war zu.

Wenn ich wieder etwas runtergekühlt bin, folgt meist eine kurze Phase energischen Tuns. Kartons stapeln, das Regal auseinandernehmen, Altpapier wegschleppen in diesem Fall.

Ich muss aufhören zu reagieren. Mehr agieren. Den Bären nicht wieder in den Käfig sperren, sondern seine Kraft hier draußen nutzen. Das Recht habe ich.

Aufhören zu reagieren. Du auch.


Jan 25 2008

1.000 Gründe, warum ich Herrn Spektakel jedem anderen als Ehemann vorziehe (23)

Tag: 1.000 GründeBlasebalg @ 09:56

Weil ich ihn immer noch viel zu oft unterschätze und er mich trotzdem liebt.


Jan 25 2008

Frau Blasebalg bewertet sich neu.

Tag: Befindlichkeiten, MammonBlasebalg @ 09:53

Gestern habe ich ein bereits vereinbartes Bewerbungsgespräch abgesagt.
Die Bewerbung liegt schon ein halbes Jahrhundert zurück, das war noch im Oktober, weiß der Geier, warum sich das so lange hingezogen hat. Wie auch immer, sie wollten mich sprechen, und für heute nachmittag war das Gespräch angesetzt.

Ganz glücklich aber war ich gar nicht darüber. Gerade jetzt, wo ich mich zum Hierbleiben und Eierlegen eingerichtet hatte. Kurz bevor wir die neue Wohnung beziehen, kurz bevor wir die Küche dafür bestellen, kurz nachdem die neuen Vermieter schon andere Interessenten unseretwegen abgewiesen haben. Das alles sind zwar Argumente, aber wenn das doch der Traumjob wäre, im Allgäu, also in Süddeutschland, wo ich eh mittel- bis langfristig wieder hin will – kurz und gut, nach kurzem Bauchgrimmen wegen der Wohnung etc. war ich bereit, das alles über Bord zu schmeißen und den Job anzunehmen, wenn er denn gut wäre.

Das Bauchgrimmen kam aber wieder. Ich war sauer. Ich hatte schon den heutigen Tag freigenommen, den Termin vereinbart, aber irgendwas stimmte nicht. Mein Chef in spe war am Telefon maulfaul und unsympathisch. Aber am Telefon kommen Leute manchmal anders rüber als sie sind. Den halben Tag habe ich hin und her überlegt, was es ist, das nicht stimmt. Bis es mir schließlich eingefallen ist.

Ich habe ein Uni-Diplom mit gar nicht so übler Note. Ich habe mehr als 8 Jahre Berufserfahrung. Mein Lebenslauf liest sich verdammt gut, finde ich. Und dann verlange ich ein Gehalt wie ein Berufseinsteiger, und fühle mich noch frech dabei.

Gut, dass die Leute da schon in der Bewerbung die Gehaltsvorstellung wissen wollten. Sonst hätte ich mir da bisher nur diffuse Gedanken gemacht und wäre heute hingefahren. Besser so. Ich hab mal ein bisschen im Netz recherchiert. Ok, es gibt Firmen in unterschiedlichsten Größen, und für den gleichen Job im Weltkonzern bekommt man sicher mehr als bei der 5-Mann-Firma; aber verdammt noch mal, ich glaube nicht, dass man bei einem einigermaßen großen Mittelständler nur die Hälfte des Durchschnittsgehalts für diese Position verlangen sollte. Die Hälfte! Bin ich denn total bescheuert? Was hat mich da geritten, dass ich auch noch dachte, das wäre schon eine vermessene Höhe? Zumal es noch nicht mal so wahnsinnig viel mehr war als ich zuletzt verdient habe?
Der jetzige Job zählt nicht. Da verdiene ich auch nicht mehr, aber das ist geistig nur ein Halbtagsjob, insofern gut bezahlt.

Nee, hab ich mir gedacht. Aus der Nummer komm ich nicht mehr anders raus, als die Bewerbung zu canceln. Das kommt nicht gut, wenn man da hinfährt und sagt “hört mal Jungs, ich hab zwar XY geschrieben, aber eigentlich will ich jetzt doch das Doppelte haben”. Kommt gar nicht gut. Und außerdem war der Chef ja ein maulfauler Unsympath, und sowas brauch ich nicht schon wieder, nee danke.

Ich bewerte mich neu. Beim nächsten Mal verlange ich, was ich dem Papier nach verlangen kann, und nicht nur einen kleinen Pups mehr als bisher. Weil ich es mir wert bin. Punkt.


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